Lebensberichte

Auf der Suche nach dem Sinn

Manfred:

Ich wurde 1975 in eine kleine Bauernfamilie hineingeboren. Meine Eltern, eine Schwester und zwei Brüder, sorgten dafür, dass ich alles hatte, was ich zum Leben brauchte. Nach dem Religionsunterricht stellte ich eines Tages meinem Bruder die Frage: „Was hältst du von Jesus?“ „Das ist nur ein Märchen“, war die Antwort. Nachdem das die Meinung meines großen Bruders war, war dieses Thema für mich beendet.

In meiner Hauptschulzeit machte ich meine ersten Erfahrungen mit Nikotin, Alkohol und Frauen. Später wurde Haschisch mein treuer Begleiter und ich glaubte, Geborgenheit und Erkenntnisse darin zu finden. Ich stürzte mich von einer Beziehung in die andere und von einem Rausch in den nächsten. So wollte ich den Durst und Hunger meiner Seele stillen.

Eines Tages fragte mich ein Freund, ob ich Karate lernen möchte und das hörte sich interessant an. So machte ich meine ersten Erfahrungen mit fernöstlicher Philosophie. Eineinhalb Jahre trainierte ich sehr intensiv Karate. Gleichzeitig verbrachte ich die Nächte in meinen Rauschzuständen. Es war für mich als würde ich zwei getrennte Leben führen, die sich widersprachen. Tief in mir suchte ich weiter nach Sinn und Erfüllung.

Meine Beziehung zu meinen Eltern wurde immer schwieriger. Sehr oft hatten wir Streit und ich hatte die Nase voll. Ich dachte nur noch an mich und meine Pläne. Diese wollte ich endlich verwirklichen. Eines Tages bin ich dann einfach nicht mehr nach Hause gekommen. Ich war eine Woche lang nicht aufzufinden. Die Arbeitsstelle wusste nicht, wo ich war. Meine Eltern hatten keine Ahnung und meine Freunde wussten auch nicht Bescheid. Nach diesem Ausflug zu einer jungen Frau, bin ich zwar kurz nach Hause gekommen, aber dann so schnell wie möglich zu einem Freund nach Wien gezogen.

Mein nächstes Ziel war Australien. 7 Wochen verbrachte ich dort, hatte viel Spaß, aber fand keine Erfüllung. Dabei sehnte ich mich so sehr danach. Zurück in Österreich hatte ich meinen Zivildienst abzuleisten. Der Umgang mit kranken Menschen hat mir eine Frage erneut bewusst gemacht: „Was ist der Sinn meines Lebens?“

Meine Suche wurde mir erst jetzt richtig bewusst. Ich begann, mich mit Esoterik zu beschäftigen. Dabei entdeckte ich Reiki und ich fand es wunderbar. Freunde legten mir die Hände auf und ich fühlte eine Kraft durch mich fließen, die mich faszinierte. Hier wollte ich mein Können investieren und fing sofort an, Kurse zu besuchen, um diese Techniken zu erlernen. Ungefähr zur selben Zeit zog ich nach Freistadt, um dort eine Umschulung zum Tischler zu machen und fand sofort Arbeitskollegen, die absolut auf Esoterik standen. Somit wusste ich auch schon, mit wem ich meine Freizeit verbringen wollte. Gemeinsam machten wir viele Erfahrungen mit dem Unsichtbaren.

Zu dieser Zeit schrieb mir eine Bekannte eine Karte mit einem Bibelspruch aus Offb. 22,17: „Komm! Und wen dürstet, der komme! Wer da will, nehme das Wasser des Lebens umsonst!“ Als ich diesen Vers gelesen hatte, wusste ich, dass ich genau nach diesem Wasser suchte. Dieser Bibelvers fiel mir immer wieder ein und beschäftigte mich in Gedanken. Stefan, ein damaliger Nachbar, hatte auf seinem Briefkasten einen Aufkleber und darauf stand: I LOVE JESUS! Ich fand diesen Aufkleber interessant. Ich dachte mir: „Ich mag Jesus auch, aber käme nie auf die Idee, einen Aufkleber auf meinen Briefkasten zu kleben.“

Jesus war für mich damals einer von den Gurus, die die Erleuchtung gefunden hatten. Aus Neugierde fing ich eines Tages eine Unterhaltung mit Stefan an. Er gab mir einen Flyer zu lesen und erklärte mir den Inhalt. Dieser Flyer hieß „Die Falle!“ und erzählte von einem Menschen, der aus eigener Kraft nicht aus einer Grube herauskam, bis Jesus in die Grube stieg und dieser Mensch auf den Schultern Jesu hinaus klettern konnte. Mir wurde sofort klar, dass ich dieser Mensch bin. Immer hatte ich das Gefühl, ich will zu Gott, aber erreiche Ihn nicht. Mir war klar, wenn Gott zu mir kommen würde, dann wäre alles anders.

Zwei bis drei Monate später besuchte ich einen Bibelkreis bei Stefan zu Hause und ich erlebte eine anziehende Gemeinschaft. Ich wusste, diese Leute haben etwas, was mir fehlte und ich wollte es haben. Zum ersten Mal durfte ich die Liebe Gottes erfahren und diese Liebe überzeugte mich von Jesus. An diesem Abend ging ich nach Hause, legte mich ins Bett und sagte innerlich zu Jesus: „Wenn das stimmt, was diese Leute mir erzählt haben, dann will ich dafür leben.“ Ich gab mein Leben Jesus und kehrte um zu Ihm. Mir war klar, dass ich ein Sünder bin und aus eigener Kraft Gott nicht begegnen kann und so bat ich um Vergebung. Im gleichen Moment erlebte ich, wie all meine Schuld, die ich auf mich geladen hatte, aus meinem Leben verschwinden musste und ich wusste, dass ich nun Ihm gehöre. Endlich fühlte ich mich wirklich frei! Ein Gefühl, dass ich so, schon lange nicht mehr hatte. Alle Sünden waren vergeben und ich war errettet, weil ich den Namen Jesus angerufen hatte, so wie es in Apg. 2,21 steht. Dort heißt es: „Jeder der den Namen des Herrn anrufen wird, wird errettet werden.“ Nun war ich sicher, dass Gott mich als sein Kind angenommen hatte. Er war nun mein Vater, ich sein Kind!

Es kamen zwei Wochen, in denen ich richtig in Jesus Christus verliebt war. Nichts konnte mich anfangs aus diesem Zustand heraus bringen und ich erlebte Offb. 22,17 ganz persönlich. „Komm! Und wen dürstet, der komme! Wer da will, nehme das Wasser des Lebens umsonst!“ Mein Durst war endlich gestillt. Was ich nirgends finden konnte und überall suchte, war bei Jesus ganz normal. Echtes erfülltes Leben! Gleich nachdem ich umkehrte, fing ich an, die Bibel zu lesen. Ich las davon, dass Menschen, die gläubig wurden, sich danach taufen ließen und Gemeinschaft miteinander hatten. Ich sagte Stefan und seinen Freunden, dass ich dies gerne wollte. Also wurde ich am 27. Juli 1997 in einem kleinen Teich getauft.

Zu dieser Zeit machte mein Freund Heinz eine Reise durch Indien und suchte dort nach neuen spirituellen Erfahrungen. Als er zurückkam, sah er, dass mein Leben jetzt plötzlich anders war und ich erzählte ihm, was ich erlebt hatte. Weil er neugierig wurde, beschäftigte sich auch er mit der Bibel und erlebte ebenso, dass Jesus seinem Leben Sinn gibt. Wir beide hörten auf, in der Esoterik unsere Freude zu suchen und wollten stattdessen Jesus immer besser kennen lernen.

Ein paar Tage später betete ich und mir war, als möchte Gott, dass ich wieder zu meinen Eltern ziehe und ihnen in der Landwirtschaft helfe. Gott zeigte mir, dass ich mich mit meinen Eltern versöhnen sollte und einiges wieder gut zu machen hatte. So übersiedelte kurze Zeit später. Ich war auf mich allein gestellt, denn ich kannte keine Menschen in meinem Heimatort, die auch an Jesus glaubten. Ich bat Gott darum, mich zu solchen Menschen zu führen. Als ich eines Tages essen gehen wollte, machte Gott mir klar, welches Restaurant ich wählen sollte. In diesem Lokal fragte ich die Kellnerin, ob sie wüsste, wo es in dieser Stadt echte Christen gibt – also Menschen die wirklich glauben, was Jesus gesagt und getan hat. Diese staunte, lächelte und sagte: „Na, da müssen sie die Chefin fragen!“ Durch sie habe ich die christliche Gemeinde in Ried im Innkreis kennengelernt und habe dort viele Freunde gefunden. Mit ihnen traf ich mich sehr lange jeden Donnerstag Abend, um gemeinsam die Bibel zu lesen. Dadurch habe ich Jesus immer besser kennengelernt.

Gott hat mein Leben so geführt, dass ich begann, Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu begleiten und ich wurde Mitarbeiter in einer christlichen Lebenshilfe. Wir begleiteten Menschen und wohnten mit ihnen zusammen, bis sie stabil genug waren, um wieder eine Arbeit, eine Wohnung und ein selbständiges Leben zu führen. Mein Anliegen für suchtkranke und obdachlose Menschen wurde immer größer und so wurde es mir ermöglicht, eine christliche „Streetwork“ in Linz zu beginnen. Durch meine Tätigkeit änderte sich mein Wohnort und ich kam nach Linz. Um ganz in Linz zuhause zu sein, entschied ich mich, zur christlichen Gemeinde Linz Dornach zu wechseln. Gott hat mich sehr beschenkt und ich durfte in dieser Gemeinde nach vielen Jahren des Alleinseins meine Ehefrau kennenlernen. Ich bin Gott sehr dankbar und glücklich, wie er mein Leben führt!

Viele Menschen zweifeln daran, ob es einen Gott gibt und wenn es Ihn gibt, meint Er es dann wirklich gut mit uns? Ich kann es nur bezeugen, dass Gott existiert und dieser Gott ist gut zu mir. Gott ist gut! Gott ist Leben!