Lebensberichte

Auf meinem Rettungsring steht Jesus Christus

Gabi:

Stellt euch vor, zwei junge Leute nehmen sich an der Hand und springen miteinander ins Wasser. Ins kalte Wasser. Sie sind sich sicher: “wir schaffen das, wir sind stark und wir trauen uns viel zu.“

Das war meine Situation mit  fast 19 Jahren. Ich war in der Maturaklasse, seit 2 Jahren mit einem jungen Mann, Markus befreundet. Wir erwarteten unser erstes Kind, deshalb wollten wir heiraten. Die Schwierigkeiten, die kommen konnten, würden wir meistern. Und ich muss sagen, wir konnten unsere ersten Familienmonate auch ganz gut schaffen, immerhin war es für uns eine neue, schöne und spannende  Situation. Aber dieser Familienalltag forderte uns auch heraus! Die eigenen Schwächen und Grenzen und die des anderen zu sehen und zu akzeptieren oder zu verändern kann ja ganz schön anstrengend sein.

Wir waren 2 Jahre verheiratet, als ich eine Veränderung bei Markus bemerkte. Er war noch mehr in Gedanken als ich es von ihm kannte, also noch schweigsamer und  stiller. Aber war er auch rücksichtsvoller – streiten war gar nicht mehr möglich. Auf meine Frage, was los wäre, bekam ich eine eigenartige Antwort… Er habe seit einiger Zeit in der Bibel gelesen, und er ist zu der Erkenntnis gekommen, er sei ein Sünder! Wisst ihr, was ich gedacht habe: „Ja, du hast recht.“ Aber auf seine weitere Aussage, dass wir Menschen alle Sünder wären, fand ich kein “ja“. Alle Menschen Sünder?
Man bedenke, es gibt so viele Menschen, die sich echt abmühen, die Gutes tun, Mutter Theresa und… ich. Markus wies auch hin auf den einzigen Ausweg aus dem Dilemma der Sünde: Jesus Christus. Aber wie gesagt, ich war ja keine Sünderin!

Schauen wir mal kurz ins Wasser: Ja, da schwimmt das Paar. Ziemlich hoher Wellengang, weil es sehr stürmisch ist. Der Mann ergreift grad einen Rettungsring, die Frau kämpft sich alleine durch…

Markus schenkte mir eine Bibel, er hatte sich schon für ein Leben mit Jesus Christus entschieden, und wollte mich für seinen neuen Weg begeistern.  Ich las auch drin, aber nur heimlich, damit Markus es nicht mitbekam. Ich wollte ihm diese Freude nicht gönnen. Ok, ich las in der Bibel und verstand vieles nicht! Aber meine Sichtweise von Gott wurde noch größer, dieser Gott, der ganz heilig, gut, rein und vollkommen ist. Und ich erkannte, dass mein Leben nicht mit Gott zusammen passte. Meine Taten waren oft lieblos, meine Worte drückten schnell Verachtung aus und meine Gedanken, … bin ich froh, dass die keiner lesen konnte. Doch ich las in der Bibel und verstand vom Kopf, dass Gott die Menschen sosehr liebte, dass er seinen Sohn Jesus Christus hergab, damit jeder, der an ihn glaubt nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.
Das war ganz eindeutig, aber ich weigerte mich, Jesus Christus wirklich zu vertrauen.

Was mich auch abhielt, ganze Sache mit Jesus zu machen, war folgender Gedanke: Wenn ich mich für Jesus entscheide, bin ich in der Ewigkeit mit Markus und seinen Freunden im Himmel. Meine Familie, also meine Eltern, Geschwister sind aber in der ewigen Verdammnis. Will ich mit Markus im Himmel sein oder bei meiner Familie? Aber dann wurde mir schon bewusst, dass in der Hölle gar nichts schön oder gemütlich sein wird, also  kein nettes Familientreffen stattfinden wird!

Ich war zu unserem zweiten Kind schwanger und immer wieder war ich mit meiner Unzulänglichkeit konfrontiert. Ich wollte eine besonders liebe Mutti sein, und doch entdeckte ich in mir, dass ich auch in der Lage wäre, meine zweieinhalbjährige Tochter zu verprügeln. Das brachte mich vor Gott zur Kapitulation. Ich bekannte ihm, dass ich überhaupt nicht zu ihm passe, dass ich glauben will, dass Jesus Christus für mich gestorben ist. Ich bat Jesus Christus um Vergebung meiner Sünden und in mein Leben zu kommen..

Wieder einen Blick auf unsere Schwimmer im kalten, stürmischen Wasser – die Wellen schlagen förmlich über ihnen zusammen. Aber die beide schwimmen jetzt  im Rettungsring, und auf dem Rettungsring steht „Jesus Christus“.

Mit diesem neuen Leben begann eine noch intensivere Zeit – Jesus Christus zeigte mir so nach und nach, wie ich wirklich bin. Und da kam nicht nur Schönes zum Vorschein, im Gegenteil.  Die frühere Rebellion gegenüber meinen Eltern machte mir zu schaffen. Durch unsere frühe Freundschaft, durch die ausgelebte Sexualität vor der Ehe und unser schnelle Familiengründung  sind einige Verletzungen und Wunden passiert. Diese brachen auf und waren sehr langwierig zu heilen. Ich bemerkte, dass Neid und Eifersucht tägliche Gäste waren und ich konnte nicht damit umgehen. Markus und ich entdeckten sehr viele Verschiedenheiten. Aber wir konnten immer miteinander reden und hatten uns gern.

Unsere Familie wurde größer – als ich mich für ein Leben mit Jesus Christus entschied hatten wir fast zwei Kinder. Jahre später hatten wir fünf und ich war stark gefordert bis überfordert. Die finanziellen Engpässe, die große Verantwortung, die viele Arbeit, die so ein 7-Personen-Haushalt mit sich bringt, raubten mir zeitweise die Freude an meinen Kindern. Ich fühlte mich nur als Putz-, Waschfrau und Köchin. Und kam mir soo wertlos vor und war mit meiner Kraft total am Ende. Es gab Tage, da kam ich nicht aus dem Bett vor lauter Kraftlosigkeit. Ich hab auch überlegt, alles hinzuschmeißen und meine Leut im Stich zu lassen, ein Leben allein erschien mir einfacher. Manchmal wärs mir lieber gewesen zu sterben, als weiter zu machen.

In all dieser Not gabs zwei gute Freunde: Markus – wir redeten über all diese Dinge und wir lernten auch gemeinsam zu beten, einander zu vergeben. Der beste Freund war Jesus Christus und  ich hab oft mein Herz unter Tränen bei ihm ausgeschüttet. Ich wollte das erleben, was Jesus in seinem Wort doch verspricht. Er sagt, kommt her zu mir, ihr Mühseligen und Beladenen, ich will euch Ruhe geben. Er verspricht uns Frieden in ihm, Er sagt uns, dass Er für uns gute Pläne hat, dass Er treu sei. Ich bemerkte gar nichts von Ruhe, Frieden, guten Plänen! Aber ich wollte das erleben!

Im Frühling 2000 war ich so fertig, dass unser Hausarzt mich auf Kur schickte. Diese drei Wochen taten meinem erschöpften Körper sehr gut und ich erlebte eine intensive Zeit mit Jesus. Durchs Lesen in seinem Wort, durch Nachdenken und durchs Reden mit Ihm sind die vielen Wahrheiten, die ich zwar schon gekannt hatte, ganz neu belebt worden. Dass Jesus Christus zu mir „ja“ sagt, so wie ich bin, dass der Allerhöchste mich bedingungslos liebt, bekam eine neue Qualität. Jesus Christus hat sein Leben für mich gegeben, deshalb bin ich wertvoll, unabhängig von meiner Leistung. Ich bin geliebt vom Allerhöchsten, das zählt!

Die Erholung und die belebten Wahrheiten waren die Basis für meinen Alltag daheim. Es geschahen Veränderungen, Verbesserungen in unserm Leben und vieles begann zu heilen. Die Beziehung zu Markus ist echt schön geworden, mit unseren Kindern darf ich viel Freude erleben. Mit Neid, Eifersucht, Minderwertigkeit lern ich auch besser umzugehen. Und ich erlebe immer noch, dass Jesus Christus treu ist!

Ach ja, und unsere zwei Schwimmer schwimmen gemeinsam und sie werden sicher ihr Ziel erreichen!