Lebensberichte

Geborgen in Jesus

Walter:

Als ich 1950 in Linz  geboren wurde, schien es bald darauf zunächst so, als wäre mir nur ein kurzer Aufenthalt auf dieser Erde gewährt, nachdem ich im Alter von einem Jahr an Neurodermitis erkrankte. Diese Krankheit, die man damals auch als „Vierziger“ bezeichnete, setzte mir so schwer zu, dass ich nur knapp mit dem Leben davon kam. Die darauf folgenden Jahre waren zunächst gezeichnet von bitterer Armut….
In einer 12 Quadratmeter großen Kellerwohnung eines Klosters war ich mit meinen Eltern zusammen, bis diese sich scheiden ließen, als ich grade mal fünf Jahre alt war.
Großgezogen wurde ich daraufhin von meiner Großmutter.Obwohl Religion und Kirche weder meiner Großmutter, noch meinen Eltern etwas  bedeuteten, wurde ich dennoch im Alter von sechs Jahren katholisch getauft. Ohne nennenswerte Gedanken an Gott vergingen die Jahre meiner Kindheit.

Nach meiner Schulzeit erlernte ich den Beruf des Malers. Der berufliche Alltag war oft anstrengend und verlangte mir viel ab. Zuhause führte der Alkohol zunächst innerhalb der Familie immer wieder zu teils heftigen Auseinandersetzungen. Nach und nach schlitterte auch ich selbst immer mehr in die Abhängigkeit des Alkohols hinein. Unterwegs mit Kumpanen kam es bei gemeinsamen Touren immer wieder zu Raufereien und mitunter auch zu Konflikten mit dem Gesetz. Es ging in dieser Zeit ziemlich abwärts. Erst die Hochzeit mit meiner Frau brachte mich im Alter von 25 Jahren dann zunächst auf einen wieder etwas besseren Weg.

Als ich 45 Jahre alt war, verstarb meine Mutter, zu der ich einen sehr guten Kontakt hatte. Meine Trauer über ihren Tod ertränkte ich im Alkohol – und zwar exzessiv und mit weitreichenden Folgen…. Ich verlor meinen Arbeitsplatz und meine Ehe drohte zu scheitern. Schon kurz vor der Scheidung stehend, sah ich keinen Sinn mehr im Leben und wollte ihm daher ein Ende setzen.

In dieser Zeit traf ich Fredy – einen meiner Verwandten…
Fredy lud mich ein, einen Bibelkreis zu besuchen, wo auch er mit dabei war. Nachdem ich die Bibel in jener Zeit noch eher für ein Märchenbuch hielt, zögerte ich zunächst noch – ging aber dann doch mit. Am Anfang habe ich nur sehr wenig von all dem verstanden, was ich dort hörte. Dennoch ging ich immer wieder in diesen Bibelkreis, was dazu führte, dass ich nicht nur langsam immer mehr verstand, sondern gleichzeitig auch mein Interesse  weiter wuchs. Herbert, der Leiter des Bibelkreises, gebrauchte auch viele anschauliche Gleichnisse und Beispiele, die mir im Verstehen mancher Dinge ebenfalls sehr behilflich waren.

Obwohl ich durch die Beschäftigung mit der Bibel von meinen zuvor gehegten Selbstmordgedanken wieder Abstand gewinnen konnte, war ich aber dennoch nach wie vor in einer starken Alkoholabhängigkeit gefangen, weshalb mir auch dringend angeraten wurde, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Anstatt mich aber einer solchen Therapie zu unterziehen, suchte ich Zuflucht bei Jesus. Ich bat Jesus, dass er mir helfen möge, von meiner Alkoholabhängigkeit loszukommen. Dankbar kann ich bezeugen, Jesus erhörte mein Gebet und machte mich – ohne jegliche Entzugserscheinungen,  frei vom Alkohol.

Aber nicht nur das …
Er schenkte mir ab dieser Zeit auch ein viel tieferes Verständnis für sein Wort in der Bibel. Ich erkannte meine Schuld und dass ich Vergebung brauchte, die ich am Kreuz auf Golgatha fand. Ich merkte, dass ich viele Dinge auf einmal verstand, die mir zuvor oft große Mühe machten. Auch mein zerrüttetes Leben kam dank Gottes Hilfe wieder ins Gleis – Ich fand wieder Arbeit und meine Ehe ordnete sich wieder!

Heute bin ich von Herzen dankbar für die rettende Hand meines Herrn Jesus, dass er mich herausführte aus meinen Abgründen und ich heute an Seiner Hand gehen darf.