Lebensberichte

Sicher sein – weil ER lebt!

Markus:

Was vorher geschah
Ich bin schwanger!“ Mit dieser Ansage beendet meine Freundin die Unbeschwertheit meiner Jugend.

Bis zu diesem Zeitpunkt verlief mein Leben tatsächlich unbeschwert und glücklich. Meine Eltern liebten mich. Mein Zuhause vermittelte Geborgenheit. Die Ausbildung verlief gut, ich hatte Freunde, trotz eher bescheidener finanzieller Mittel standen viele Türen des Lebens für mich offen. Zum besseren Verständnis meines Berichtes noch eine Erläuterung. Bei uns zu Hause spielte Religion eine wichtige Rolle. Meine Eltern waren nicht alleine Kirchgänger, sie waren engagiert und leisteten einen Beitrag zum Funktionieren der Pfarrgemeinde. Dieser religiöse Teil meines Lebens war mir im Teenageralter etwas unangenehm. Mir war bewusst, bei meinen Fußballfreunden konnte ich durch den sonntäglichen Kirchgang wenig punkten. Etwas später fand ich mich damit gut zurecht. Die Weichen für mein Leben waren gestellt. Ich wollte der Spur meiner Eltern folgen.

Doch dann mit 19, mitten im Maturajahr: „Ich bin schwanger!“ Mit einem Schlag sind alle Zukunftsträume geplatzt. Doch halt, so stimmt das gar nicht. Ich hatte weder besondere Träume und Ziele. Nach dem ersten Schock und der Zusicherung meiner Eltern, sie werden uns unterstützen, konnte ich wieder positiv in die Zukunft blicken. Eine Familie zu gründen, war ohnehin ein Wunsch in meinem Leben. Das Mädchen war die Richtige und dass ich statt einem Studium nun arbeiten musste, war kein besonderer Einschnitt für mich. Ich hab meine Gabi geheiratet und wurde Vater eines lieben Mädchens.

Wie es dazu kam
Der Einstieg ins Arbeitsleben leitete die zweite wesentliche Weichenstellung meines Lebens ein. Mit 22 lernte ich am Arbeitsplatz einen nur wenig älteren Kollegen kennen. Er erzählte mir von der Bibel, Jesus Christus und welche Veränderungen dieses Buch in sein Leben brachte. Ich war fasziniert. Natürlich wusste ich von Jesus schon von Kindheit an und die Erzählungen der Bibel waren mir teilweise vertraut. Doch das Evangelium, also die gute Nachricht hatte ich noch nie so gehört. Ein Umstand war für mich besonders einleuchtend. Gott ist nicht an Religionsbekenntnissen interessiert. Viel mehr liegt ihm daran, dass man sich persönlich Jesus Christus im Glauben zuwendet. Er hat für die Sünden (also das Trennende zwischen Gott und Mensch) eines Jeden am Kreuz bezahlt. Egal, ob man von Geburt an Katholik, Protestant, Moslem oder Buddhist ist. Gott nimmt Menschen an, die seinen Sohn als Erretter annehmen. Das ist logisch!
Etwas zweites faszinierte mich. Man kann Gott persönlich kennen lernen. In der Bibel stellt er sich vor. Ich kann sein Wesen, seine Gedanken und was ihm wichtig ist erfahren. Durch die Worte dieses Buches spricht er mit mir.
Für mich war bald klar, ich will diesen Weg des Evangeliums gehen. Ich habe Gott meine Sünden bekannt, soweit ich davon Verständnis hatte, und begonnen täglich in der Bibel zu lesen. Etwa ein halbes Jahr später hat auch meine Frau denselben Schritt getan. Wir entschieden uns, die Kirche zu verlassen und schlossen uns einer christlichen Gemeinde an.

Wie es weiter ging
Ein neues Leben begann. Wir lernten eine neue Freude und neue Freunde kennen. Doch das war nur die eine Seite, Schwierigkeiten stellten sich ein. Mich begannen Bedenken im Blick auf meinen Glauben zu quälen. Meine Zweifel waren nicht gegen das Evangelium oder die Bibel gerichtet. Vielmehr konzentrierten sie sich auf mich selbst. Von anderen Christen hörte ich oft aufregende Bekehrungserlebnisse, meine Entscheidung für Jesus erschien mir banal. In meinen Bemühungen Jesus nachzufolgen, erlebte ich mich nicht als Glaubensheld, sondern erfuhr vermehrt Versagen. „Vielleicht stimmt mit mir etwas nicht? Kann es sein, dass meine Entscheidung für Jesus nicht ernst genug war?“ Sünde bekam eine neue Bedeutung. Bisher verstand ich sie als Fehlverhalten in einzelnen Lebenssituationen, langsam begriff ich sie als Zustand meiner Persönlichkeit. Dazu kamen Probleme in der Ehe. Mit unserer Familie wuchs auch die Überforderung. Wir waren viel zu unreif, kamen mit uns selbst kaum zu recht, nun mussten nicht nur die eigenen, sondern auch die Schwächen des Partners verkraftet werden.
Diese Zeit der Überforderung wünsche ich mir nicht zurück, doch andererseits ist sie mir im Rückblick betrachtet sehr wertvoll. Ich will zwei Erkenntnisse aus dieser sehr intensiven Zeit erwähnen. Ich habe den Wert menschlicher Gemeinschaft kennen gelernt. Ich konnte mit Freunden über meine Glaubensnöte sprechen. Meine Frau und ich haben gelernt miteinander zu reden, einander zu zuhören und zu vergeben. Mir wurde klar, die Bibel spricht nicht alleine über Gott. Es ist ausgezeichnetes Eheberatungsbuch. Gabi und ich wurden unter ihrer Anleitung zu Gefährten. Etwas anderes wurde mir noch wichtiger. Meine Glaubenszweifel haben mich bewogen, in der Bibel nach Antworten zu suchen. Ich habe die Bedeutung von Jesu stellvertretendem Tod und vor allem von seiner Auferstehung ganz neu erfasst. Ich habe begonnen zu verstehen wie umfassend Jesu Werk für mich persönlich ist. Ich habe Gott besser kennen gelernt.

Heute weiß ich mich sicher in Jesus Christus und von Gott geliebt.
Ich fange an zu erfassen, was Jesus meinte, als er seinen Jüngern sagte: „Ich bin gekommen, damit ihr Leben habt und es im Überfluss habt.“ Ich weiß, dass Gott jedem Menschen auf ganz individuelle Weise begegnen möchte. Das wünsche ich auch dir, lieber Leser!

Und übrigens, „ich bin schwanger“ hab ich noch viermal gehört. Mit diesen fünf Ansagen brachte meine Frau viel Freude in mein Leben.