Lebensberichte

Von innerer Leere zur Fülle in Jesus

Renate:

Ich möchte mit Psalm 34, 5-7 beginnen:
Als ich den HERRN suchte, antwortete er mir und rettete mich aus allen meinen Ängsten. Die auf ihn blicken, werden strahlen, und ihr Angesicht wird nicht beschämt. Als dieser Elende rief, hörte der HERR und half ihm aus allen seinen Nöten.

In meiner frühen Kindheit hatte ich durch traumatische Erlebnisse in der Familie das Vertrauen in meine Eltern verloren. In meiner Not betete ich oft zu Jesus.
Dieses frühe Allein-gelassen-werden machte mich zu einem vorlauten, rebellischen und starken Kind und Jugendlichen. Sehr früh lernte ich meinen ersten Mann kennen und wir heirateten, obwohl er mich beim ersten Hochzeitstermin vor dem Altar sitzen ließ.

Mit 26 hatte ich vier Kinder und gab mich völlig dem Muttersein hin. Ich versuchte ihnen an Liebe und Geborgenheit zu geben, was mir versagt blieb. Mein erster Mann war mir ein guter Freund, aber er hatte große Probleme mit Alkohol, Spielsucht und Unzucht. In diesem „alleine“ die Verantwortung tragen und Entscheidungen treffen zu müssen, wurde ich zu einer „emanzipierten“ Frau. Gott spielte keine Rolle für mich, ich hatte mich total abgewandt. Ich verließ mich nur auf mich selbst. Nach elf Ehejahren kam es zur Scheidung.

Ich versuchte, beruflich Fuß zu fassen, meinen Kindern eine gute Mutter zu sein, meinem Freund eine gute Partnerin. Oft war ich am Ende meiner Kraft, völlig verzweifelt. Diese innere Leere, alleine zu sein, nicht behütet und versorgt, machte mich nach außen hin stark, innerlich aber war ich verloren. Nach außen lebte ich ein Leben, das von der Welt bewundert wurde, aber in mir sah es ganz anders aus.

2004 verließ ich meinen Freund und lernte kurz darauf meinen jetzigen Mann kennen. Ich sah und hörte ihn beten und von Gott sprechen, aber ich konnte damit überhaupt nichts anfangen. Ich sah Glauben mit der Institution Kirche als widersprüchlich. Das Bisschen, was ich von Gottes Wort wusste, stimmte nicht mit dem Leben sogenannter Christen überein.
Trotzdem zog es mich immer wieder zu Menschen, die mir etwas über Jesus und ihren Glauben erzählen konnten. Aber erst vor ca. zwei Jahren, als ich einer Kollegin, die Christin ist, anfing zuzuhören, fing es bei mir an, in die Tiefe zu gehen.

Mein Interesse war geweckt, meine menschliche Not groß – so fand ich zu Jesus. Wie und wann „es“ genau passiert ist – irgendwann im Herbst 2010 – weiß ich nicht. Ich begann die Bibel zu lesen, Christen zu treffen und die Erkenntnis – nichts als eine Sünderin zu sein – ließ mich Gottes Wort mehr und mehr verstehen. Es erschütterte mich zutiefst, dass der Herr Jesus am Kreuz von Golgatha so schrecklich gelitten hatte – er, der ohne Sünde war – für uns, die wir zutiefst in der Sünde verstrickt sind.
Diese Erkenntnis hat mich zutiefst erschüttert und mein Leben verändert. Ihm in vollstem Vertrauen mein Leben hinzugeben, ihm nachzufolgen und ihn für seine Gnade zu loben und preisen – jeden Morgen neu, das macht mich glücklich, ruhig und dankbar.

Äußerlich hat sich mein Leben scheinbar nicht verändert, es gibt Prüfungen, Schwierigkeiten, aber ich spüre den Heiligen Geist in mir, er wohnt in meinem Herzen und mahnt mich, aufrichtig zu sein, auf meine Gedanken und auf meine Zunge aufzupassen, ich bin stiller geworden – ich lebe jetzt in der tiefen Gewissheit und dem vollsten Vertrauen, dass der Herr Jesus in mir ist und sein Plan mich leitet, dass sein Wille geschehe. Es ist keine Leere mehr in mir, der HERR ist bei mir.

Renate