Warum lebe ich überhaupt?
Brigitta:
In meiner Jugend, ab meinem 16. Lebensjahr, begann ich mich jedoch langsam davon zu entfernen. Die Kirche verlor an Bedeutung für mich, und mein damaliger Freund wurde wichtiger. Aus dieser zehnjährigen unehelichen Beziehung wurde mir mein Sohn geschenkt. Doch als er etwa ein Jahr alt war, kam es zur Trennung. In dieser Zeit gewann die Kirche für mich wieder an Bedeutung.
Als ich im Jahr 2011 meinen Mann kennenlernte, war ich sehr froh, einen Partner gefunden zu haben, der ebenfalls katholisch erzogen worden war und an Gott glaubte. Gemeinsam besuchten wir regelmäßig mit meinem Sohn den Gottesdienst und fühlten uns in unserer Kirchengemeinde sehr wohl.
Ich hatte nie daran gezweifelt, dass es Gott gibt. Doch rückblickend erkenne ich, dass mein Gottesbild falsch war – ich kannte den wahren, lebendigen Gott, wie er in der Bibel offenbart ist, nicht wirklich. Stattdessen geriet ich immer tiefer in esoterische Praktiken. Ich beschäftigte mich intensiv damit, legte unter anderem Engelkarten und suchte auf diesem Weg nach Nähe zu Gott. Heute weiß ich, dass mich genau diese Dinge immer weiter von ihm entfernt haben. Ich wandte okkulte Praktiken an, ohne zu erkennen, dass sie mich in die Irre führten.
Ich dachte, dass dieser Weg richtig ist – doch erst als ich begann, die Bibel zu lesen, wurde mir bewusst, wie sehr ich mich verirrt hatte.
Im Jahr 2016 erreichte ich einen seelischen und psychischen Tiefpunkt. Obwohl äußerlich alles in Ordnung schien, ging es mir innerlich sehr schlecht. Ich stellte mir immer wieder die Frage: Warum lebe ich überhaupt? Wofür bin ich da?
Dann geschah etwas, das mein Leben grundlegend veränderte. So wie es in der Bibel steht: Der Sohn des Menschen ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist (Lukas 19,10). Ich durfte erleben, dass Gott mich gesucht und gefunden hat.
Im Januar 2017 waren wir bei meinen Eltern zu Besuch. Mein Vater und einer meiner Brüder unterhielten sich über den Glauben und die Bibel. Mein Bruder erwähnte einen Vers aus der Offenbarung. Neugierig geworden, schlug ich selbst in der Bibel, die auf der Fensterbank lag, nach. Dieser Vers ließ mich plötzlich alles hinterfragen. Ich begann zu zweifeln, ob ich wirklich auf dem richtigen Weg war. Mein bisheriges Glaubensverständnis fiel zusammen. Diese Zeit war sehr schwer für mich – ich war innerlich unruhig, voller Fragen und Zweifel.
Trotzdem entschloss ich mich, eine eigene Bibel zu kaufen und sie zu lesen. Anfangs geschah das aus Angst – weil ich dachte „ich will nicht in die Hölle kommen, wenn ich die Bibel nicht lese“. Doch je mehr ich las und mich mit meinem Bruder darüber austauschte, desto klarer wurde mir, wie zentral Jesus Christus für mein Leben ist und wie verloren ich durch mein sündiges Leben war.
Ich erkannte: Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben (Johannes 14,6). Ihn brauchte ich. Er allein ist die Antwort.
Schließlich kam der Moment, indem ich bewusst vor Gott trat. Ich bekannte ihm meine Sünden und übergab ihm mein Leben. Das, was ich danach empfand, kann ich kaum in Worte fassen – es war ein tiefer Frieden, den ich so noch nie erlebt hatte. Ich wusste: Meine Schuld ist vergeben, und ich habe Frieden mit Gott und das ewige Leben!
Von da an begann sich mein Leben Schritt für Schritt zu verändern. Dinge, die mich zuvor begleitet hatten, verloren ihren Platz. Ich trennte mich von esoterischen Büchern und Gegenständen und wandte mich bewusst Gott zu. Gehorsam gegenüber ihm, das Lesen der Bibel, die Gemeinschaft mit anderen Gläubigen und der Gottesdienst wurden mir immer wichtiger.
Etwa ein Jahr lang wurden wir von einem ehemaligen Pfarrer begleitet, der selbst durch das Lesen der Bibel zu einem lebendigen Glauben gefunden hatte. Er leitete regelmäßig einen Bibelkreis bei uns zuhause. In dieser Zeit durfte ich viel lernen und immer tiefer erkennen, dass die Bibel – das Wort des lebendigen Gottes – Wahrheit ist. Auch mein Mann fand in dieser Zeit zum Glauben.
Heute weiß ich, warum ich lebe und wofür ich da bin: Jesus Christus, den allein wahren und lebendigen Gott, zu erkennen, für ihn zu leben, ihm die Ehre zu geben, ihn zu loben und zu preisen und ihm zu danken für seinen stellvertretenden Opfertod am Kreuz und seine Auferstehung. Durch den Glauben an ihn bin ich gerettet!

