Ich war am Ende
Elke:
Als der Herr Jesus in mein Leben kam, war ich wieder einmal am Ende.
Ich wuchs in einem kleinen Dorf in Deutschland auf. Ich habe zwei ältere Brüder. Meine Eltern waren durch die Kriegs- bzw. Nachkriegserlebnisse schwer traumatisiert und mein Vater sowie auch mein Opa versuchten die Erinnerungen in Alkohol zu ertränken.
In unserem Haus ging es zu wie in einer Dorfkneipe und wir waren im Dorf nicht gut angesehen, unter anderem, weil viele Männer des Ortes zu uns zum Trinken kamen, zum anderen aber auch, weil mein Opa und mein Vater Flüchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien waren. Da meine Eltern ein Haus mehr oder weniger in Eigenleistung bauten, hatten sie kaum Zeit für uns. So war ich mit ca. 3 Jahren auf mich selbst gestellt. Ich war im Dorf unterwegs und lebte ein unreglementiertes, freies Leben. Erst bei Schulantritt änderte sich dies. Mir gefiel es in der Schule, weil da auch noch andere Kinder waren. Trotzdem fühlte ich mich einsam und hängte mich an jeden Menschen, der mir nur etwas Zuneigung entgegenbrachte.
Dies wurde mir allerdings im Alter von 10 Jahren zum Verhängnis, der Freund meines Vaters, ein Gastarbeiter, missbrauchte mich sexuell. Ein Jahr später mein älterer Bruder, ich konnte diese Ereignisse jedoch einige Jahre verdrängen. Mit Beginn der Pubertät (13 Jahre) fingen die Depressionen und auch die Suizid – Versuche an. Dies sollte mich mein weiteres Leben begleiten.
Im Alter von 19 Jahren fingen die Flashbacks an und mit 24 Jahren brach ich zusammen. Psychosomatische Klinik und Beginn der Aufarbeitung der Missbräuche. Auch dies begleitet mich mein bisheriges Leben. Psychiatrische Klinikaufenthalte, Posttraumatische Belastungsstörungen, dadurch nicht mehr arbeitsfähig, Jobverlust, Therapien und Depressionen.
Studium der Sozialpädagogik mit Diplom, Umzug in eine andere Stadt und dadurch weg von der Familie, erste Beziehung. Leider nicht sehr erfüllend und eher schwierig.
Eine liebe Freundin von mir, war auch in einer schwierigen und zerstörerischen Beziehung. Wir beide waren in der Esoterik unterwegs.
Dann eines Tages zeigte mir diese Freundin einen Flyer von einer christlichen Freikirche. Das Thema dieses Abends: „Esoterik im Licht der Bibel“.
Wir beiden dachten uns, ah da gibt es wohl wieder etwas Neues in Bezug auf Esoterik und dafür waren wir ja beide sehr offen.
So gingen wir dorthin. Der Abend verlief jedoch ganz anderes, als wir uns gedacht haben. Ich hielt mich selbst für eine Christin, evangelisch aufgewachsen, konfirmiert und der evangelischen Kirche von Geburt an angehörig. Doch laut der Referentin wären alle Menschen ohne den Herrn Jesus Heiden. Ich war empört und sehr aufgebracht.
Allerdings ließ mich das Gehörte nicht mehr los. Wer war dieser Jesus, war er wirklich so entscheidend? Die Bibel hatte ich nie wirklich durchgelesen. Für mich war sie ein Märchenbuch.
Da ich aber, wie bereits erwähnt, mein Leben wieder einmal an die Wand gefahren hatte, dachte ich mir: okay Gott, wenn es dich wirklich gibt und der Bibelvers in Johannes 14,6 stimmt, dass dein Sohn Jesus der Weg, die Wahrheit und das Leben ist und ich nur durch IHN zu dir kommen kann, dann will ich es versuchen.
Es gab dann noch evangelistische Abende in dieser Gemeinde. Wir gingen auch dorthin, obwohl ich mir vorgenommen hatte, nie wieder in diese Gemeinde zu gehen.
Bereits am ersten Abend hatte ich das Gefühl, dass Predigt und Lieder nur für mich waren. Ich brach innerlich zusammen und übergab an diesem Abend im April 1998 ganz offiziell dem Herrn Jesus mein Leben und ließ mich im Mai 2000 taufen.
Nun begann das Abenteuer. Die Gemeinde, deren Mitglied ich später wurde, bot einen Kurs an, damit wir im Glauben wachsen konnten. Dies war sehr kostbar für mich, so bekam ich gute Nahrung.
Ich habe mit meinem wunderbaren Herrn schon so viel erleben dürfen und durch so manches finstere Tal hat er mich hindurchgeführt.
Durch meinen Herrn Jesus bekam ich einen neuen Job, der mir gut gefiel.
2007 bekam ich die Diagnose Brustkrebs, 2 Operationen, Chemos und Bestrahlungen. Verlor meinen Job und wurde 2011 aus gesundheitlichen Gründen pensioniert. Auch in dieser Zeit erlebte ich Wunder über Wunder.
Es begann eine neue Zeit, ich wurde und werde immer freier.
Allerdings sündige ich nach wie vor, aber für meine Sünden ist ja mein Heiland Jesus gestorben.
Obwohl ich geschieden bin und allein lebe, ist mein Leben erfüllt und ich darf täglich an der Hand meines HERRN gehen.

