Wozu ist jeder Mensch bestimmt?
Michael:
Ich bin 1995 geboren oder besser gesagt herausgeschnitten worden. Bei meiner Geburt war ein Kaiserschnitt nötig, da ich zu wenig Sauerstoff bekam. Ich wog nur 1,7 kg und es war nicht absehbar, was aus mir werden würde. Es ist ein Wunder, dass ich heute gesund und ohne Beeinträchtigung leben darf und dafür bin ich sehr dankbar.
In einem christlichen Elternhaus aufgewachsen, hörte ich von klein auf Geschichten aus der Bibel. Gut erinnern kann ich mich noch an die Geschichte von David und Goliat, die mein Vater äußerst theatralisch nachinterpretiert hat. Wir verbrachten die Ferien oft in Tirol, dort lernte ich das Schifahren. Meine Mutter spielte und bastelte sehr viel mit uns. Sie war immer die „gute Seele“ des Hauses. Auch zu meinem Vater hatte ich eine sehr gute Beziehung. Wir sind oft in den Wald oder auf Parcours Bogenschießen gegangen. Er hat mich auch zum Gitarrespielen motiviert, das mir heute noch sehr viel Freude bereitet. Mit meiner Schwester habe ich früher viel gestritten. Ich war meistens ruhiger als sie, obwohl ich es auch faustdick hinter den Ohren gehabt habe.
Dass es einen Gott gibt, habe ich nie wirklich angezweifelt.
Von der ersten bis zur dritten Klasse im Gymnasium habe ich mich oft als Außenseiter gefühlt. Allgemeines Sich-gegenseitig-in-den-Kakao-ziehen war an der Tagesordnung. Ich hatte zwar gute Noten und bekam dafür auch Respekt, aber ich wollte zu den „Coolen“ dazugehören und einfach dabei sein. In der vierten Klasse Unterstufe hat sich das Blatt dann gewendet.
Ich besorgte mir Markenkleidung und begann mit einer 20-teiligen Deospray – Sammlung. Mein Favorit: Axe Vice: Der fruchtig frische Duft, der brave Mädchen frech werden lässt. ?
Mit den Schulkollegen, die mich vorher aufgezogen haben, verbündeten wir uns gemeinsam gegen andere, obwohl ich aus Eigenerfahrung nie über das Aussehen von Klassenkollegen herzog. Es war mir einfach wichtig, dabei zu sein. Zu dieser Zeit habe ich auch damit begonnen, Filme, Spiele und Musik illegal aus dem Internet herunterzuladen.
Neue Begegnung mit Jesus
Im Herbst stand dann ein Schulwechsel an – die HTL1 Grafik und Design in Linz. Durch diese Umbrüche habe ich sehr viel über meine Lebensziele und Pläne nachgedacht und auch mein Weltbild in Frage gestellt.
In diesem Jahr bin ich auf ein christliches Zeltlager nach Niedernsill gefahren und habe in dieser Zeit eine neue Entscheidung für Jesus Christus getroffen. Mir ist bewusst geworden, dass ich für mich so dahin gelebt habe – egozentrisch und voller bösen Gedanken. Ebenso ist mir klar geworden, dass Gott keine halben Sachen will und ich Vergebung brauche für meine Schuld vor ihm.
In der Pubertät löst man sich von zuhause und macht sich selbst Gedanken. Aus einem kindlichen Glauben haben sich eigene Überzeugungen gebildet. Es nützt nichts, Traditionen zu übernehmen, oder eine Lebensweise zu kopieren. Die Bibel fordert jeden Menschen selbst heraus, sich mit ihr auseinander zu setzen. In Johannes 14,6 sagt Jesus, dass er der Weg die Wahrheit und das Leben ist. Niemand kommt zum Vater als nur durch ihn. In Johannes 10,30 sagt er: „Ich und der Vater sind eins.“ Jesus will uns hier klar machen, dass er Gott ist. Diese Behauptung polarisiert und man kann sie nicht einfach ignorieren und Jesus als guten Lehrer oder moralischen Menschen abstempeln. ER behauptet von sich selbst Gott zu sein. Entweder stimmt das, dann hat er uns definitiv etwas zu sagen, oder es ist ein Unsinn und für uns nicht weiter relevant.
In dieser Zeit stellte ich mir auch die Frage nach dem Sinn. Wozu ist mein Leben bestimmt?
In Psalm 16,1 steht: …
Herr du bist mein Gott, es gibt kein Glück für mich außer dir.
Die Bibel spricht von einer lebendigen Beziehung zu Jesus Christus. Wir sind mit einem „Vakuum“ im Herzen geschaffen, dass nur Erfüllung in dieser Gemeinschaft findet. Ich habe Jesus erneut in mein Leben gebeten, mein Versagen und meine Verfehlungen zugegeben und Vergebung gefunden.
Seitdem erlebe ich Gott mehr und mehr in meinem Alltag. Jesus ist da. Die gemeinsame Zeit mit ihm im Gebet und im Lesen der Bibel ermutigt mich. Ich versuche, schon vor dem Frühstück aufzustehen, um mit Gott Gemeinschaft zu haben. Die Gemeinschaft mit anderen Christen ist mir auch viel wichtiger geworden. Je besser ich Jesus kenne, desto mehr erkenne ich, wie ich selbst beschaffen bin. Mein Gewissen ist in Bezug auf andere feiner geworden und ich lerne – noch immer – mich zu entschuldigen, ehrlich zu sein und Fehler zuzugeben.
Seit dieser Entscheidung im Jahr 2010 habe ich immer mehr von Gott erkannt, was er will und wie er ist. Ich brauche nicht mehr neidisch auf andere blicken, die möglicherweise beliebter sind als ich oder materiell mehr besitzen. Ich brauche auch nicht zu irgendeiner angesagten Clique gehören um Anerkennung zu finden. Ich habe das Wertvollste überhaupt bekommen und das ohne etwas dafür leisten zu müssen: Eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus! Das ist besser als alles, was die ganze Welt zu bieten hat.
Seither habe ich alle illegalen Filme und Musik gelöscht und mir ein paar CDs gekauft, um vor Gott ehrlich zu sein. Er sieht alles, auch das Verborgene. Wichtig ist, was Gott von mir denkt, nicht was Menschen denken. Je mehr ich die Bibel lese, desto mehr erkenne ich, wer ich eigentlich bin, zu was ich fähig wäre und was aus mir herauskommt. Ohne Gott wäre ich verloren aber durch seine Gnade habe ich zu meiner Bestimmung gefunden – glücklich zu sein in einer lebendige Beziehung mit ihm.